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Erfahrungsbericht von Renate Lindner
Von Anfang August bis Anfang September 2008 war ich 4 Wochen als Beringungshelfer auf der Oie. Das Engagement für den Verein Jordsand e.V., der die Beringungsstation betreibt, war ehrenamtlich. Die Beköstigung musste von allen Helfern selbst finanziert werden. Diese wurde damals vom hauptamtlichen Stationsleiter und seiner ehrenamtlich unterstützenden Ehefrau organisiert. Zu unterschiedlichen Zeiten waren unterschiedlich viele Helfer (zwischen 5 und 15) anwesend. Die Anzahl variiert in Abhängigkeit von der Intensität des Vogelzuges, also im August weniger als im September / Oktober. Der leitende Beringer mit einem besonderen Befähigungsnachweis vermisst und wiegt die Vögel, nachdem sie von einem Assistenten beringt wurden. Danach werden sie wieder freigelassen. Die Beringungshelfer haben die Aufgabe unter seiner Leitung zwischen 6:00 Uhr morgens und 22:00 Uhr abends die Vögel, die in die Fangnetze gegangen sind, aus diesen Netzen zu lösen, in einen Stoffbeutel zu geben und sie zur Station zu bringen. Dort werden sie dann wieder entnommen und dem Assistenten zugereicht. Ein Helfer gibt alle Bestimmungsdaten in ein Computerprogramm ein. Bei Regen werden die Netze geschlossen, da in den Netzen befindliche nasse Vögel schnell verenden würden. Die Anzahl der in den Netzen gefangenen Vögel hängt von der Jahreszeit, der Tageszeit und der Windrichtung ab. In der Zeit meines Aufenthalts wurden 1695 Vögel beringt.
Die Unterbringung der Helfer erfolgt in Mehrbettzimmern mit Doppelstockbetten. Eine Zentralheizung gibt es nicht. Im Gemeinschaftsraum steht die einzige Wärmequelle, ein Ofen. Die Stromversorgung erfolgt über einen Dieselgenerator und eine Solaranlage, die Wasserversorgung über einen Brunnen. Die Körperpflege erfolgt überwiegend mit Kaltwasser, mit dem zwecks Stromersparnis ebenfalls sparsam umgegangen werden muss.
Spenden und Sponsoren sind dem Verein immer willkommen, um diese wichtige Arbeit der Station, die einen wesentlichen wissenschaftlichen Beitrag für die Vogelkunde leistet, fortsetzen zu können. Jedes Jahr macht ein junger Mann oder eine junge Frau hier ein freiwilliges ökologisches Jahr (FÖJ) auf der Station. Sie überwintern dort auch, deshalb wären weitere Investitionen zur Verbesserung der Stationsbedingungen sehr wünschenswert.

Für mich war der Aufenthalt eine Erfahrung der besonderen Art, Renate Lindner.