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Gützkower Fährdamm

Seit 1720 bildete die Peene die Grenze zwischen Schwedisch-Vorpommern und Preußisch-Vorpommern. Der Siebenjährige Krieg greift von 1757 bis 1762 auch auf Pommern über. Am 12.9.1757 begannen die schwedischen Truppen aus ihrem Heerlager bei Greifswald den Angriff auf das preußische Pommern. Sie überschritten die Peene an der Gützkower Fähre. Im November zogen sich die schwedischen Truppen wegen der anrückenden preußischen Truppen hinter die Peene zurück. Die Preußen drangen bei Anklam, Demmin und Loitz in Schwedisch-Vorpommern ein und drängten die schwedischen Truppen bis Stralsund zurück.
Im Frühjahr 1758 wurden die preußischen Truppen aus Vorpommern zurückgerufen und gegen die russischen Truppen in Hinterpommern geführt. Die Schweden rückten im Sommer wieder in Preußisch-Pommern ein, wurden am 28.11.1758 hinter der Peene zurückgedrängt. Ab 20.12.1758 begannen die preußischen Truppen einen erneuten Einmarsch in Schwedisch-Vorpommern, wurden aber nach der Niederlage bei Kunersdorf im August 1759 aus Vorpommern abgezogen.

Vom September 1759 bis zum Mai 1762 gab es keine großen Kampfhandlungen zwischen Preußen und Schweden, nur an der Grenze – u.a. hier in Gützkow an der Peene – kam es immer wieder zu lokalen Gefechten. Erst am 22.5.1762 kam es zum Friedensschluss zwischen Schweden und Preußen in Hamburg.
Die Karte vom Gützkower Fährdamm zeigt eindrucksvoll die vorhandenen und geplanten Befestigungen an der Peene.

Interessant ist, dass die Schweden auf der preußischen Seite (Kagenow) eine Kanonenschanze bauten und eine wesentliche Vergrößerung als Brückenkopf zur Sicherung des Peeneübergangs planten. Von der Fähre war ein 250m langer Damm bis 50m westlich der Einmündung des Swinowbachs (jetzt Swinowkanal) geplant, an dessen Ende eine große Kanonenschanze gebaut werden sollte. Dieser Plan kam wohl nicht zur Ausführung, denn westlich der Kanalmündung ist keine Bodenerhebung erkennbar. Aber der Damm könnte gebaut worden sein, denn längs der Peene ist ein erhöhter Weg erkennbar, der später als Treidelpfad für Pferdegespanne zum Ziehen der Flusskähne genutzt wurde.

Friedliche Zeiten gab es natürlich auch: Gützkow war eine wichtige Querungsstelle der Peene. Von Süden kommend ging jahrhundertelang ein wichtiger Nord-Süd Handelsweg hier am Gützkower Fährdamm über die Peene: Von Altentreptow – Feste Landskron – Krien – Gützkower Fähre – bis nach Greifswald. Diese Handelsverbindung verlor im Jahre 1863 schlagartig an Bedeutung, als mit dem Bau der ersten Peenebrücke in Jarmen (heute quert dort die A 20 das Peenetal) der Handelsweg einige Kilometer nach Westen verlagert wurde. Dieser damalige Fortschritt in der Verkehrsinfrastruktur bedeutete für die Gützkower Fähre einen wesentlichen Rückgang der Einnahmen und für Gützkow eine Reduzierung des Durchgangsverkehrs von und nach der Fähre.